Orientierungslauf?

Posted by admin 2017-09-19 0 Comment(s) Orienteering basics,

Sie fänden es spannend, beim Laufen nicht nur die Beine, sondern auch den Kopf anzustrengen? Dann versuchen Sie es doch mal mit einem Orientierungslauf. Wir erklären ­Ihnen, wie Sie einsteigen, was Sie dafür brauchen und was es ­Ihnen für Ihre läuferische Leistung bringt.

1. Orientierungslauf - was ist das überhaupt?
Der Orientierungslauf (kurz: OL) ist die Kunst, Körper und Kopf mit Hilfe von Karte und Kom­pass im Gelände so zu koor­dinie­ren, dass man als Schnellster den Weg vom Start ins Ziel findet. Beim Orientierungslauf ist es daher nicht unbedingt der Teilnehmer mit den schnellsten Beinen, der am Ende auf dem Siegertreppchen ganz oben steht. Auf dem Weg vom Start ins Ziel gilt es, verschiedene Kontrollpunkte, sogenannte Posten, die in einer Karte verzeichnet sind, zu finden und in vorgegebener Reihen­folge anzulaufen. Die Route zwischen den Kontrollposten muss selbst gewählt werden. Die Herausforderung: Unter körperlicher Anstrengung geistig beweglich zu bleiben. 

2. Was ist die besondere Faszination des OL?
OL ist eine höchst abwechslungsreiche Sportart – kein Lauf gleicht dem anderen und kein Rennen ist im Vorfeld wirklich planbar. Neben die sportliche tritt die geistige Herausforderung. Das selbstständige Planen und Finden der eigenen Laufroute und das Erfolgserlebnis beim Anlaufen der Kontrollposten sind Herausforderung und Motivation zugleich. Außerdem ist die OL-Szene sehr familiär und dabei immer offen gegen­über Neueinsteigern. 

3. Was bringt mir OL als klassischem Läufer?
Eine ganze Menge! Und zwar für Kopf und Körper. Das Laufen im Gelände ist für Ihren Körper eine willkommene Abwechslung zum ständigen Asphalttreten. Er dankt es Ihnen mit einer erhöhten Kraftausdauer und einer geringeren Verletzungsanfälligkeit. Das Laufen auf weichem Waldboden und dem Gelände angepasste Wechsel von Tempo und Fortbewegungsart (Laufen, Gehen, Klettern, Springen) schonen die Gelenke und machen sie gleichzeitig stabiler und elastischer, was Ihnen bei Ihrem nächsten Marathon garantiert zugute kommen wird. Aber auch Ihr Kopf profitiert von der ungewohnten Herausforderung. So steigern Sie Ihr Denk- und Reaktionsvermögen, schulen Ihre koordi­nativen Fähigkeiten und Ihren Gleichgewichtssinn. 

4. Für wen sind Orientierungsläufe geeignet?
Für jeden! Schließlich handelt es sich beim Orientierungslauf um die sportliche Umsetzung einer menschlichen Grundfähigkeit. Außerdem machen es die unterschiedlichen Streckenlängen und Austragungsarten des OL wirklich jedem Interessierten möglich, den Sport auszu­üben – von jung bis alt, vom Neueinsteiger bis zum Topathleten.

Die unterschiedlichen Strecken
Beim Orientierungslauf werden die Strecken nicht in Kilometern angegeben, sondern in der Zeit, die zu ihrer Absolvierung ungefähr benötigt wird.
a) Sprint Dauer: zirka 15 Minuten 
b) Mitteldistanz Dauer: zirka 30 Minuten
c) Langdistanz Dauer: zirka 100 Minuten

Einzel- und Mannschafts-OL
Neben Einzelkonkurrenzen gibt es bei einigen Wettbewerben auch die Möglichkeit, als Mannschaft an den Start zu gehen. Dabei wird allerdings nicht in der Gruppe gelaufen. Es gilt vielmehr, die Mitglieder des Teams nach dem Start taktisch klug aufzuteilen: Der beste Läufer etwa kümmert sich um die weit entfernten Posten und der mit dem besten Orientierungsvermögen übernimmt den kniffeligsten Posten.

5. Welches Equipment benötige ich?
Das hängt ganz davon ab, was Sie vorhaben. Wenn Sie das erste Mal ein bisschen Orientierungsluft in ihrer Freizeitschnuppern möchten, genügen eine ganz normale Wanderkarte und bequeme Schuhe. Wenn Sie irgendwann bei einer zweitägigen Berg-Challenge teilnehmen, reicht die Ausrüstung vom Kompass über Spezialnahrung bis zum ultraleichten Zelt. 

Die OL-Karte
Das wichtigste Sportgerät eines OL-Läufers ist die Karte. Sie wird den Teilnehmern beim Wettkampf vom Veranstalter zur Verfügung gestellt. Die Spezialkarte unterscheidet sich von einer normalen Landkarte dadurch, dass die für den Lauf irrelevanten Infor­mationen entfallen. Dafür enthält sie für den OL-Wettkampf wichtige Hinweise wie „unpassierbare Felswand“, „Dickicht“ oder „Steingebiete“. Außerdem enthält die Karte eine Kurz­beschreibung jedes Postens, anhand derer die Läufer ableiten können, wo sich dieser befindet. 

Der OL-Kompass
Es gibt zwei verschiedene Typen.
Der Plattenkompass hat eine transparente Bodenplatte und ist vergleichsweise einfach zu handhaben. Dadurch, dass die Magnetnadeldose auf einer durchsichtigen Platte sitzt, kann der Orientierungsläufer durch den Kompass hindurch auf die Karte schauen. Der Plattenkompass wird an einer Schnur um den Hals oder das Handgelenk getragen.
Der Daumenkompass wird meist von Eliteläufern verwendet und mit ­einer Schlaufe am Daumen befestigt. Mit dieser Kompass-Variante lässt sich der OL-Grundsatz „Kompass ­immer auf Karte“ jederzeit einhalten.

Kleidung
Als Einsteiger kommen Sie mit norma­ler Sportbekleidung aus. Allerdings: Lang sollte sie sein – zum Schutz vor Brennnesseln, Dornen und Zecken. Zudem gibt es OL-Laufschuhe, die extra auf das Laufen in unwegsamem Gelände zugeschnitten sind sowie Gamaschen oder ­Strümpfe zum Schutz der Schienbeine.

SPORTident-Card
Die SPORTident-Card ist so etwas wie der Championchip des Orientierungslaufs. Der Fingerstick-Chip wird am Finger getragen und dazu benutzt, um zu registrieren, ob und in welcher Zeit der Sportler die jeweiligen Kontrollposten erreicht hat. Neben diesem elektronischen Überwachungssystem gibt es auch noch die mechanische Kontrolle. Bei diesem System stempelt der Sportler an jedem Posten eine Kontrollkarte mit einer am Posten angebrachten Zange ab. 

6. Wie trainiert man für einen OL?
Für den Anfang reicht eine ganz normale Wanderkarte. Nehmen Sie sich vor, von Punkt A nach Punkt B zu laufen und suchen Sie sich mit Hilfe der Karte den Weg. Wenn Sie Lust haben, überlegen Sie sich an bestimmten Streckenabschnitten, wie Sie Zeit sparen können. Fragen Sie sich, ob sich eine Abkürzung lohnt oder ob Sie lieber einen Umweg in Kauf nehmen sollten, damit Sie auch sicher ans Ziel kommen. Wenn Sie im Wald trainieren möchten: Offene Buchen- oder Fichtenwälder sind besonders angenehm zu durchlaufen.

7. Welche sind die schönsten OL-Events?
Für Einsteiger und zum ersten Kennenlernen empfiehlt sich ganz klar ein OL-Rennen in nächster Umgebung Ihres Wohn­orts. Schauen Sie zum Beispiel im Terminkalender der Website orientierungslauf.de nach und ­suchen Sie nach einem Wettkampf in Ihrer Nähe. Wie ein Marathon bietet ­Ihnen auch der OL-Sport die Möglichkeit, die zwei Hobbys Laufen und Reisen miteinander zu verbinden. 

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